Das erste Musikinstrument für Nichtmusiker ?!

Ein großer internationaler Konzern hat heute ein Technik-Spielzeug veröffentlicht, mit dem man auch ohne Vorbildung musizieren können soll…

Ich finde die Vorstellung schon sehr seltsam. Wie man es auch dreht und wendet: Es ist ein Versuch zu zeigen:

Jeder kann sofort Musik machen. Das stimmt auch. Ohne zu üben. Das stimmt nicht.

Seit Jahren versucht die Musikindustrie, Plug and Play auch auf Menschen zu übertragen. Es wird suggeriert: Du brauchst nur da drauf zu drücken, wo es blinkt, schon macht die Musik Spaß und klingt gut! Das Schöne ist: Jedes Kind weiß es besser. Wer einmal das Funkeln in den Augen eines Schlagzeugstick-Halters oder einer stolzen Produzentin erster Geigentöne gesehen hat, weiß: Man braucht keine LEDs zum Musik machen! Musik ist so schön analog. Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein begeisterter Digital Native. Trotzdem ist mir jedes krächzende, quietschende, schnarrende, schiefe und rumpelnde aber selbstgemachte Musikstück lieber, als ein gut klingendes aus der blinkenden Retorte.

Und da gibt mir die Neurologie recht, denn man hat rausgefunden: Musik, egal auf welchem Niveau, spricht das ganze Gehirn an, Hauptsache, man macht sie selbst. Rezipiert man nur, ist der Effekt fast weg.

Also, ran an die Instrumente! Die Welt braucht mehr Musiker…

Anregungen, wie man es machen kann, gibt es unter anderem hier.

Abgelegt unter: Heuermanncast, Weblog · Tags: · Hendrik Heuermann @ Donnerstag, 14. August 2008 15:59 Uhr

1 Kommentar

  1. Oh man, da hast du mal recht. Ist das Ding nervig. Hoffentlich wird es ein Riesenflop und die Eltern geben ihr Geld lieber für vernünftigen Musikunterricht aus.

    Comment von Jan — Donnerstag, 14. August 2008 · 18:10 Uhr · Link zum Kommentar

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