Die Suchmaschine für Unsichtbare

Eine achtköpfige Familie begibt sich in Afghanistan auf die Flucht. Der Schlepper reißt die Familie auseinander, weil nur noch ein einziger Platz auf dem Fluchtschiff frei ist. Der älsteste Sohn der Familie, Mansur, bekommt diesen Platz. Er ist zwölf und nun allein auf einer Reise ins Ungewisse. Ohne Familie, ohne Pass, ohne klares Ziel. Er wartet wochen- und monatelang. Denkt, dass seine Familie nachkommt. Doch sie kommt nicht. Die Familie hat sich auf der Flucht aus den Augen verloren.

Für Flüchtlinge aus der ganzen Welt, die ein ähnliches Schicksal haben wie Mansur, gibt es jetzt eine Seite mit der sie eine Chance haben, ihre Verwandten wiederzufinden. Refunite.org wurde von zwei dänischen Brüdern gegründet, die Menschen eine Möglichkeit geben wollen, sich wiederzufinden, während sie unsichtbar bleiben wollen oder vielmehr müssen. Die Suchseite funktioniert deshalb auch mit Fragen, die nur für Angehörige ein Hinweis auf die Identität liefern. Wie heißt das Heimatdorf, das wievielte Kind ist man oder welchen Namen hatte die erste Katze? Eine soziale Suchmaschine.

Die ganze Geschichte steht bei der Süddeutschen.

Abgelegt unter: Verenacast · Tags:, · Verena Bardttholdt @ Mittwoch, 18. März 2009 16:11 Uhr

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