Die CDU war so freundlich, mich zu ihrer Medianight einzuladen. Ein sehr interessanter Abend. In schickem Ambiente wurden alle Promis und Normalsterblichen von Roland Profalla begrüßt. In dem Panel meiner Wahl ging es um die Frage, wer im 21. Jahrhundert noch (genug) für Musik zahlt. Der beste Kommentar kam vom Musiker Leslie Mandoki: “Es gibt eh keinen rationalen Grund für Musik zu zahlen”. Wohl wahr. Es ist ein Geschäft, das von Emotionen lebt. Offen blieb die Frage, ob das Internet nicht dafür sorgt, dass die gute Musik sich durchsetzt und wie ein faires Verdienstmodell aussehen kann. Ich persönlich muss sagen, ich genieße die Möglichkeiten in Musik reinzuschnuppern, wenn sie mir wirklich gefällt kaufe ich sie dann eh.
Abschließend sprach dann unsere Bundeskanzlerin und ein sehr motivierender Chefredakteur des Spiegel, Müller von Blumencron. Tenor: “Auch in Krisenzeiten muss die Hassliebe zwischen Politik und Medien aufrecht erhalten werden. Sie ist ein Pfeiler der Demokratie.” Er konnte wirklich motivieren und lies das Auditorium zurück mit: “Wären Rudolf Augstein und Henri Nannen heute 20 – Sie würden wieder Journalisten werden!” Bravo. Tolle Rede.
Der zahlenmäßigen und physischen Präsenz der Security nach hatte ich Hoffnung auf einen Auftritt von Britney Spears, leider kamen aber nur die Jungs von “Adoro”. Wie soll ich das als Musikwissenschaftler diplomatisch formulieren? Ich fand es bemerkenswert, dass diese ausgebildeten Sänger mit Playbacks sangen. Wer geglaubt hat, vor schwülstigen Wörtern vollgestopfte deutsche Liedtexte könnten nicht noch zäher ins Ohr gehen, nun, der sollte sich die Jungs mal anhören. Ich gebe aber gerne zu: Ich war aber wohl nicht Zielgruppe.
Anschließend ging es dann etwas umständlich und langwierig zurück, ich sage nur “Sänk ju for trävelling….”
