Gestern hatte newsaktuell zum diesjährigen media coffee in Hamburg geladen. Vertreter von DIE ZEIT, G+J, Axel Springer, Spiegel und Google diskutierten über “Gewinner und Auslaufmodelle – Wer profitiert von der Medienkrise?”. Es war eine interessante und erfrischende Diskussionsrunde, nicht zuletzt durch die charmant-frechen Bemerkungen von Dr. Rainer Esser, Verlagsgeschäftsführer der ZEIT und die bilderreiche Sprache von Meinolf Ellers von dpa-infocom, der die Runde moderierte.
Wer nun Gewinner und Verlierer der Krise ist, konnte nicht abschließend geklärt werden. Alle sind der Meinung, noch ein großes Stück Arbeit vor sich zu haben, um den Lesern und Online-Usern wieder näher zu kommen. Von der Krise wollte G+J-Verlagsgeschäftsführerin Julia Jäkel nichts wissen. Sie ist der Meinung, dass viele so genannte Opfer der Krise einfach schlechte gemachte Blätter waren. Insgesamt gebe es viel zu tun: Die Struktur und Effizienz in Redaktionen muss überprüft werden. Dies sei ein ekliger, aber notwendiger Prozess. Die Medienkrise wirke hier wie ein Katalysator, gehe aber auch wieder vorbei.
Meinolf Ellers fragte auch, wer nach einem Jahr als Gewinner aus der Krise herausgehen könnte. Während Julia Jäkel weiterhin fest an Printprodukte glaubt und Dr. Rainer Esser sich als Non-Visionär mehr für die nächste Woche als fürs nächste Jahr interessiert, sieht Kay Oberbeck von Google die zukünftigen Gewinner im Bereich mobile und Personalisierung des Internets.
Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung, die danach im Foyer bei Häppchen und Getränken ihren Ausklang fand. Vielen Dank an newsaktuell für den schönen Abend!
