Gerade wurde es im Büro angesprochen: Die Bundesjugendspiele waren für mich eine traumatische Erfahrung. Ich verbinde damit werder Bund, noch Jugend und schon gar nicht Spiele. Sondern düsteren Ernst. Unter Druck über einen Bock springen, ohne Hilfe die dünnen Ärmchen am Reck festgekrallt, verzweifelt-verkrampfter Weitsprung und dann: Die Ringe! Wer konnte ernsthaft in der 3. Klasse was anderes als hin- und herbaumeln? Doch mein absoluter mein Albtraum war: Das Seil.
Nur einer aus unserer Klasse konnte da hoch: Wladimir. Er kam aus Kasachstan und hat sich im Deutschunterricht kein einziges Mal gemeldet. Aber er hatte mehr Kraft als unser Sportlehrer.
Am Ende des seltsamen Sport-Tages stand eine Urkunde mit “hat teilgenommen” . Natürlich war das eine Schmach. Es hätte auch “Du Versager” drauf stehen können.
Ging es euch auch so? Oder war ich nur unfassbar unsportlich?

me too. :(
Comment von Lilian Mrusek — Freitag, 16. Januar 2009 · 11:56 Uhr · Link zum Kommentar
Hihi ;)
Das mit dem Seil hab ich immer geliebt. Ich hab als Kind einfach zu viel geklettert. Der kleine Affe: Zack, hoch bis an die Hallendecke. Und dann ne Schlaufe rein und draufstellen.
Aber.. Kugelstoßen oder so.. ich war immer froh, wenn ich das Scheissding zwei Meter weit gekullert habe. Von Werfen kann gar nicht die Rede sein.
Ich glaube, “Sieger-Urkunde” hieß das blöde Ding. Aber Du hast Recht, es hätte auch “Loser-Urkunde” oder “Sportskanone” draufstehen können.
Comment von fx — Freitag, 16. Januar 2009 · 14:15 Uhr · Link zum Kommentar
Oh dear! Ich habe in meinem ganzen Schulleben keine von den großen „Ehrenurkunden” bekommen. Ich stimme vollkommen zu: Die kleine Urkunde war olympischer Gedanke in Papierform. Wenn ich es bedenke: Eine Teilnahmebestätigung war das Ding, nichts anderes. Anspornen konnte mich das Ding auch nie. Schade eigentlich. War wohl ein doofes Konzept, oder?!
Comment von Jan — Freitag, 16. Januar 2009 · 16:49 Uhr · Link zum Kommentar
Als Trost: Ich habe geturnt, war schnell, bin weit gesprungen und trotzdem war es zielgerichtete Demütigung. Die spürbare Tragik des Outfits: Eine Adidas-Frottee-Hose, die einfach nicht mehr als eine Unterhose war und ein zu klein gewaschenes Tennishemd aus den frühen 70igern (in den späten 80igern). Wahlweise einen fliederfarbenen eng anliegenden Turnanzug pink eingefasst. Und das in der Un-Körper-Phase der Pubertät…
Comment von mel — Dienstag, 20. Januar 2009 · 17:05 Uhr · Link zum Kommentar